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Kaninchen pflegen

Aktualisiert am · 2 Min. Lesezeit

Kaninchen sind reinliche Tiere, die einen großen Teil des Tages mit Fellpflege verbringen. Trotzdem gibt es Aufgaben, die nur der Mensch übernehmen kann, vor allem den regelmäßigen Blick auf Zähne, Krallen und Hinterteil.

Hochheben und festhalten

Für Kaninchen als Fluchttiere ist es beängstigend, vom Boden gehoben zu werden. In der Natur passiert das nur, wenn ein Greifvogel zuschlägt. Pflege geht daher am besten am Boden oder auf einem rutschfesten Tisch. Wenn du ein Tier hochheben musst, greifst du mit einer Hand unter den Brustkorb und stützt mit der anderen das Hinterteil. Niemals an den Ohren oder am Nackenfell hochheben. Ein Handtuch, in das man das Kaninchen locker einwickelt, beruhigt viele Tiere.

Der Wochencheck

Ein kurzer Rundgang einmal pro Woche reicht bei gesunden Tieren. Er dauert fünf Minuten und deckt viele Probleme auf, bevor sie gefährlich werden.

WasWorauf achten
GewichtKüchenwaage, Wert notieren; schleichende Abnahme ist ein Warnzeichen
Augenklar, nicht tränend, keine Krusten
Nasetrocken, kein Ausfluss, kein Niesen
Schneidezähnegerade, gleich lang, oben vor unten
Ohrensauber, keine Krusten, kein Kopfschütteln
Krallennicht zu lang, keine abgebrochenen
Fellkeine kahlen Stellen, keine Schuppen
Aftersauber und trocken, kein verklebter Kot
PfotenFußsohlen ohne wunde Stellen

Krallen schneiden

Bei Kaninchen mit viel Auslauf auf Erde nutzen sich die Krallen oft ausreichend ab. Wohnungstiere brauchen meist alle vier bis acht Wochen Hilfe. In hellen Krallen sieht man das Blutgefäß als rosa Linie; geschnitten wird ein paar Millimeter davor. Bei dunklen Krallen hilft eine Taschenlampe von hinten. Wer unsicher ist, lässt es sich beim Tierarzt einmal zeigen. Die Daumenkralle an den Vorderpfoten liegt etwas höher und wird gern vergessen.

Fellpflege und Fellwechsel

Kurzhaarige Kaninchen putzen sich selbst. Im Fellwechsel, der mehrmals im Jahr kommen kann, verlieren sie aber große Mengen Haare und schlucken einen Teil davon. Regelmäßiges Bürsten mit einer weichen Bürste oder einem Gummistriegel nimmt lose Haare auf und entlastet die Verdauung. Langhaarige Rassen brauchen tägliche Pflege, mehr dazu im Beitrag Langhaarige Kaninchen pflegen.

Kaninchen werden nicht gebadet. Nasses Fell trocknet schlecht, die Tiere kühlen aus und der Stress ist erheblich. Ist das Hinterteil verschmutzt, reicht es, nur diesen Bereich mit lauwarmem Wasser zu säubern und gut abzutrocknen.

Zähne

Kaninchen haben wurzellose Zähne, die ständig nachwachsen. Die Schneidezähne kannst du selbst kontrollieren, indem du vorsichtig die Lippen anhebst. Die Backenzähne sieht nur der Tierarzt mit einem Otoskop. Hinweise auf Probleme mit den Backenzähnen sind:

  • das Tier frisst langsamer oder wählerisch, lässt Heu liegen
  • Futter fällt aus dem Maul
  • Speichel am Kinn oder nasses Fell an der Brust
  • tränende Augen oder eine Schwellung am Kiefer
  • Gewichtsverlust

Ältere Kaninchen

Ab einem Alter von etwa sechs Jahren lohnt ein jährlicher Gesundheitscheck mit Blutbild beim Tierarzt. Ältere Tiere werden oft steifer, putzen sich hinten schlechter und brauchen niedrigere Einstiege und weichere Liegeflächen. Welche Krankheiten häufig sind, beschreibt die Seite Krankheiten.

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