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Zwergkaninchen

Aktualisiert am · 2 Min. Lesezeit

Zwergkaninchen sind die beliebtesten Heimtierkaninchen in Deutschland. Klein heißt aber nicht anspruchslos: Ihr Bewegungsdrang ist genauso groß wie der ihrer großen Verwandten, und manche Zuchtmerkmale bringen eigene Probleme mit sich.

Widderkaninchen in Ruhehaltung. Zwergwidder gehören zu den beliebtesten Heimtierrassen.
Widderkaninchen in Ruhehaltung. Zwergwidder gehören zu den beliebtesten Heimtierrassen. Foto: Bcwarner, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Was ist ein Zwergkaninchen?

Zwergkaninchen sind keine eigene Art, sondern eine Gruppe kleiner Hauskaninchenrassen. Der Zentralverband Deutscher Rasse-Kaninchenzüchter (ZDRK) fasst sie in einer eigenen Abteilung zusammen, deren Rassen höchstens zwei Kilogramm wiegen. Zum Vergleich: Große Rassen wie der Deutsche Riese bringen mehr als das Dreifache auf die Waage.

Im Zoofachhandel wird der Begriff deutlich lockerer verwendet. Viele „Zwergkaninchen“ sind Mischlinge, die ausgewachsen zwei oder drei Kilo wiegen. Das ist kein Nachteil, im Gegenteil: Etwas größere Mischlinge sind oft robuster als stark auf Kleinheit gezüchtete Rassetiere.

Bekannte Zwergrassen

RasseMerkmal
Farbenzwergkompakter Körper, runder Kopf, kurze Stehohren, viele Farben
Hermelinweiß, mit roten oder blauen Augen, eine der kleinsten Rassen
Zwergwidderhängende Ohren, kräftiger Kopf
LöwenkopfMähne aus längerem Haar um den Kopf
Zwergrexkurzes, samtiges Plüschfell
Zwergscheckeweiß mit farbiger Zeichnung

Ausführlicher geht es in der Rubrik Rassen weiter.

Gleiche Ansprüche, kleinerer Körper

Der häufigste Irrtum ist, dass kleine Kaninchen mit einem kleinen Käfig auskommen. Ein Zwergkaninchen rennt, springt und gräbt genauso gern wie ein großes Tier. Der Richtwert der TVT von sechs Quadratmetern für zwei Tiere gilt deshalb auch für Zwergkaninchen. Auch sie brauchen einen Partner, Heu als Hauptfutter und reichlich Grün. Details stehen in den Seiten zur Haltung und zur Ernährung.

Probleme aus der Zucht

Die Zucht auf möglichst kleine Tiere mit rundem Kopf und kurzen Ohren hat Folgen. Bei manchen Zwergrassen ist der Oberkiefer verkürzt, die Zähne treffen nicht richtig aufeinander und nutzen sich ungleich ab. Kurze Schnauzen führen auch zu engen Tränennasenkanälen, was tränende Augen begünstigt. Bei Zwergwiddern verengt das Abknicken der Ohren den Gehörgang, Ohrentzündungen sind häufiger.

Hinzu kommt das sogenannte Zwerggen. Tiere, die es von beiden Eltern erben, sind nicht lebensfähig und sterben kurz nach der Geburt. In Zuchten, die auf besonders kleine Tiere setzen, kommen solche Jungtiere immer wieder vor. Mehr zur Vererbung im Beitrag Vererbung beim Kaninchen.

Zwergkaninchen und Kinder

Zwergkaninchen werden häufig für Kinder angeschafft. Das geht nur gut, wenn die Erwachsenen die Verantwortung tragen. Kaninchen mögen es nicht, hochgehoben und herumgetragen zu werden; dabei kommt es leicht zu Stürzen, Knochenbrüchen und Kratzern. Kinder können lernen, sich ruhig neben das Gehege zu setzen, zu füttern und zu beobachten. Kaninchen werden zudem häufig zehn Jahre und älter, kleine Rassen unter guten Bedingungen sogar über zwölf. Das ist länger als die meisten Kinderinteressen.

Lebenserwartung

Kleine Rassen leben im Durchschnitt länger als große. Für Hermelin werden bei guter Haltung zwölf Jahre und mehr genannt, für Riesenrassen eher um sieben. Entscheidend sind Haltung, Futter, Zahnstatus und Vorsorge. Was zur Vorsorge gehört, steht unter Krankheiten.

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