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Vererbung beim Kaninchen

Aktualisiert am · 2 Min. Lesezeit

Warum hat ein grauer Rammler mit einer grauen Häsin plötzlich ein schwarzes Junges? Und warum sterben in manchen Zwergwürfen einzelne Junge kurz nach der Geburt? Die Antworten liegen in den Grundregeln der Vererbung.

Jedes Merkmal zweimal

Jedes Kaninchen besitzt von den meisten Genen zwei Kopien, eine von der Mutter, eine vom Vater. Eine Variante kann dominant sein, dann setzt sie sich durch, auch wenn nur eine Kopie vorhanden ist. Eine rezessive Variante zeigt sich nur, wenn beide Kopien gleich sind. So können zwei graue Eltern, die beide eine verdeckte Anlage für Einfarbigkeit tragen, ein schwarzes Junges bekommen.

Die wichtigsten Farbgene

Die Fellfarben des Kaninchens werden vor allem von einigen wenigen Genorten bestimmt. Züchter bezeichnen sie mit Buchstaben:

GenortWas er steuert
Awildfarbig mit hellem Bauch und gebänderten Haaren oder einfarbig
Bschwarzes oder braunes Pigment, Braun heißt bei Kaninchen Havanna
CFarbintensität, bis hin zu Russenzeichnung und Albino
Dvolle Farbe oder aufgehellt, aus Schwarz wird so Blau
EAusbreitung des dunklen Pigments, beteiligt an Gelb- und Rottönen

Aus den Kombinationen dieser Gene entstehen die meisten Farben. Ein Albino mit roten Augen trägt etwa zwei Kopien der Albino-Variante am Genort C und zeigt keine Farbe, auch wenn er die Anlagen für Schwarz oder Grau besitzt. Diese gibt er an seine Nachkommen weiter.

Das Zwerggen

Viele Zwergrassen tragen ein Gen, das den kleinen, kompakten Körperbau verursacht. Tiere mit einer Kopie sind die typischen kleinen Zwerge. Junge, die das Gen von beiden Eltern erben, sind nicht lebensfähig. Sie kommen auffallend klein zur Welt und sterben innerhalb weniger Tage. Werden zwei Träger des Zwerggens verpaart, ist im Durchschnitt mit einem Viertel solcher Jungen zu rechnen. Diese Zuchtpraxis steht deshalb in der Kritik, siehe Zwergkaninchen.

Scheckung

Auch die Scheckung, also weißes Fell mit farbigen Flecken, folgt einem Gen. Bei bestimmten Scheckenrassen haben Tiere mit einer Kopie die gewünschte Zeichnung, Tiere mit zwei Kopien sind fast weiß. Für reinerbige Schecken wird in der Fachliteratur ein erhöhtes Risiko für eine Erkrankung des Dickdarms beschrieben. Auch hier ist Wissen über die Vererbung wichtig, um gesunde Würfe zu planen.

Merkmale, die nicht einfach zu berechnen sind

Viele Eigenschaften hängen von mehreren Genen und der Umwelt ab: Körpergröße innerhalb einer Rasse, die Kopfform, die Ohrhaltung von Widdern, die Zahnstellung, das Wesen. Hier helfen keine einfachen Regeln, sondern nur die Auswahl gesunder, typischer Elterntiere über mehrere Generationen.

Was gute Zucht ausmacht

Eine gute Zucht achtet auf Gesundheit vor Aussehen. Dazu gehören Elterntiere ohne Zahnfehlstellungen, eine nicht zu enge Verwandtschaft, der Verzicht auf Verpaarungen mit bekannten Risiken und eine kritische Auswertung jedes Wurfs. Welche Fragen vor dem ersten Wurf geklärt sein sollten, steht im Beitrag Kaninchen züchten: was vorher feststehen muss. Einen Überblick zur Fellfarbengenetik bietet der Wikipedia-Artikel Hauskaninchen.

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