SchnuppernasenKaninchen halten, verstehen, pflegen

Kaninchen züchten: was vorher feststehen muss

Aktualisiert am · 2 Min. Lesezeit

Ein Wurf Kaninchen ist schnell gezeugt. Vier bis zwölf Junge, die zehn Wochen versorgt und dann in gute Hände vermittelt werden müssen, sind eine andere Sache. Bevor eine Häsin gedeckt wird, sollten einige Fragen beantwortet sein.

Gibt es Abnehmer?

Die wichtigste Frage zuerst. Tierheime nehmen jedes Jahr viele Kaninchen auf, darunter Jungtiere aus ungeplanten oder unüberlegten Würfen. Wer züchtet, sollte vorher wissen, wo die Jungen hinkommen. Bekannte, die ernsthaft Kaninchen halten möchten und genug Platz haben, sind ein Anfang. Ein „irgendwer wird sie schon nehmen“ reicht nicht. Manche Jungtiere bleiben übrig, und für sie braucht es dann eigenen Platz.

Platz und Kosten

Ein Wurf braucht ein eigenes, sicheres Gehege für die Häsin mit den Jungen, ab der zehnten bis zwölften Woche getrennte Bereiche für die Böckchen und Zeit für die tägliche Kontrolle. Dazu kommen Futter, Impfungen, Kastrationen, eventuelle Tierarztbesuche bei Komplikationen. Ein Kaiserschnitt oder die Behandlung einer Gesäugeentzündung sind nicht billig.

Gesunde Elterntiere

Nur gesunde, gut genährte Tiere ohne erbliche Probleme sollten zur Zucht verwendet werden. Ausschlussgründe sind unter anderem:

  • Zahnfehlstellungen, auch leichte
  • chronischer Schnupfen oder tränende Augen
  • Erkrankungen wie Encephalitozoonose mit Symptomen
  • extreme Merkmale, die unter das Qualzuchtverbot nach Paragraf 11b Tierschutzgesetz fallen können
  • nahe Verwandtschaft der Partner

Zahnfehlstellungen sind teilweise erblich und werden weitergegeben. Mehr zu Vererbung im Beitrag Vererbung beim Kaninchen.

Das richtige Alter

Kaninchen werden früh geschlechtsreif, aber erst später zuchtreif. Laut Fachliteratur gelten als Richtwerte für die Zuchtreife etwa sieben Monate bei kleinen, acht bei mittleren und neun bei großen Rassen. Eine zu junge Häsin ist selbst noch nicht ausgewachsen. Bei Häsinnen, die erst spät zum ersten Mal gedeckt werden, berichten Züchter häufiger von Geburtsproblemen; das erste Decken sollte deshalb nicht zu lange hinausgeschoben werden.

Verein und Wissen

Wer Rassekaninchen züchten möchte, findet im örtlichen Kaninchenzuchtverein erfahrene Züchter, Beratung und den Zugang zu Tätowierung, Ausstellungen und Zuchtbuch. Auch wer nur einmal einen Wurf plant, profitiert vom Rat erfahrener Halter.

Ablauf in Kürze

  1. Häsin zum Rammler bringen, nicht umgekehrt, damit sie ihr Revier nicht verteidigt.
  2. Nach dem Decken die Tiere wieder trennen.
  3. Nach etwa zwei Wochen kann eine erfahrene Person die Trächtigkeit ertasten.
  4. Ab der vierten Woche Nistmaterial bereitstellen.
  5. Nach rund 31 Tagen kommen die Jungen zur Welt.

Wie die trächtige Häsin versorgt wird, steht im Beitrag Die trächtige Häsin versorgen. Was nach der Geburt zu tun ist, beschreibt Die ersten Tage nach dem Wurf.

Auch lesenswert