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Die ersten Tage nach dem Wurf

Aktualisiert am · 2 Min. Lesezeit

Ein Wurf ist da, oft überraschend. Jetzt kommt es weniger auf viel Hilfe an als auf drei Dinge: der Mutter Ruhe lassen, das Nest kurz und regelmäßig prüfen und die Zeichen kennen, bei denen der Tierarzt gebraucht wird.

Erster Schritt: Ruhe

Die Häsin hat gerade eine anstrengende Geburt hinter sich und reagiert empfindlich auf Störungen. Laute Geräusche, fremde Menschen, Kinder am Gehege und andere Haustiere in der Nähe setzen sie unter Stress. Gestresste Häsinnen säugen schlechter, verlegen manchmal das Nest oder vernachlässigen den Wurf.

  • Gehege abdecken, damit es ruhig und halbdunkel bleibt
  • keine Besuchsrunde mit der ganzen Familie
  • andere Kaninchen nicht direkt neben das Nest
  • Futter, Heu und Wasser großzügig nachfüllen, damit die Häsin sich nicht entfernen muss

Wichtig: Ist ein unkastrierter Rammler im Gehege, muss er sofort heraus. Häsinnen können direkt nach der Geburt wieder gedeckt werden.

Zweiter Schritt: der kurze Nestblick

Ein Blick ins Nest einmal am Tag ist sinnvoll, um tote Junge zu entfernen und zu sehen, ob alle gut versorgt sind. Am besten machst du das, wenn die Mutter gerade frisst oder sich etwas entfernt hat. Die Hände vorher mit etwas Heu oder Einstreu aus dem Gehege abreiben, dann riechen sie vertraut. Die meisten Hauskaninchen nehmen den Kontakt aber gelassen hin.

Woran man satte Junge erkennt:

  • runder, voller Bauch
  • glatte, gespannte Haut ohne Falten
  • die Jungen liegen ruhig zusammen
  • bei Berührung zucken sie lebhaft

Hungrige Junge sind dagegen faltig, kühl, bewegen sich unruhig und suchen. Bleibt das an zwei aufeinanderfolgenden Tagen so, ist Hilfe nötig.

Dritter Schritt: Warnzeichen kennen

Gesäugeentzündungen sind schmerzhaft und können die Milchbildung beenden. Eine Häsin, die nach der Geburt nicht frisst, ist selbst in Gefahr.

Was du nicht tun solltest

Es ist verlockend, die Jungen hochzunehmen, zu zählen und zu streicheln. In den ersten Tagen hilft das niemandem. Auch die Mutter ins Nest zu setzen, damit sie säugt, funktioniert nicht. Sie entscheidet selbst, wann sie kommt, und das ist meist nur einmal am Tag, häufig in der Dämmerung. Dass man sie tagsüber nie im Nest sieht, ist also normal. Mehr dazu im Beitrag Kaninchen sind Nesthocker.

Junge, die außerhalb des Nests liegen, werden behutsam zurückgelegt. Sind sie bereits kalt, müssen sie zuerst aufgewärmt werden. Wie das geht, steht unter Nestwärme.

Wenn die Mutter ausfällt

Stirbt die Häsin oder hat sie keine Milch, ist Handaufzucht die letzte Möglichkeit. Sie ist aufwendig, gelingt nicht immer und sollte nur mit tierärztlicher Begleitung versucht werden. Besser sind die Chancen, wenn eine andere Häsin mit gleichaltrigem Wurf die Jungen annimmt. Das klappt bei Kaninchen erstaunlich oft.

Wie die Aufzucht in den folgenden Wochen weitergeht, beschreibt der Beitrag Aufzucht bis zur Abgabe.

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