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Nestwärme bei jungen Kaninchen

Aktualisiert am · 2 Min. Lesezeit

In den ersten Lebenstagen hängt das Überleben junger Kaninchen an der Wärme. Ohne Fell und mit kaum eigener Wärmeregulation sind sie auf das Nest, die Wolle der Mutter und die Geschwister angewiesen.

Zwei wenige Tage alte Kaninchen. Ohne Fell kühlen sie außerhalb des Nests rasch aus.
Zwei wenige Tage alte Kaninchen. Ohne Fell kühlen sie außerhalb des Nests rasch aus. Foto: SableSteel, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons

Warum Nestlinge so schnell frieren

Ein nacktes Junges hat im Verhältnis zu seinem Gewicht eine große Körperoberfläche und kaum Fett. Es verliert Wärme schnell und kann sie noch nicht durch Zittern oder Bewegung ausgleichen. Im Nest liegen die Jungen deshalb eng aufeinander, eingebettet in Heu und die Haare, die sich die Mutter vor der Geburt ausgerupft hat. So entsteht ein kleines, warmes Klima, auch wenn es im Raum kühl ist.

Was ein gutes Nest ausmacht

  • Ausreichend Polsterung: Eine dicke Lage aus Heu und Mutterwolle unter, neben und über den Jungen.
  • Geschützte Lage: Kein Durchzug, keine direkte Sonne, kein Platz auf kaltem Fliesen- oder Betonboden ohne Unterlage.
  • Trockenheit: Nasses Nistmaterial leitet Wärme ab. Feuchte Stellen vorsichtig gegen trockenes Heu tauschen, ohne das Nest zu zerstören.
  • Die richtige Größe: Eine Nestmulde, in der die Jungen dicht beieinander liegen. Zu viel Raum verteilt sie und sie kühlen aus.

Manche Häsinnen, vor allem junge, polstern das Nest zu wenig oder werfen außerhalb. Dann kannst du nachhelfen, indem du eine Mulde aus Heu formst und lose Haare der Mutter, etwa aus dem Fellwechsel, hineinlegst.

Kälte im Außengehege

Auch im Freien können Kaninchen erfolgreich Junge aufziehen, wenn das Nest gut geschützt ist. Problematisch sind Würfe im Winter oder sehr frühen Frühjahr, wenn die Nächte frostig sind. Das Schutzhaus sollte dann gut isoliert sein und eine dicke Einstreuschicht haben. Ein Wurf in einem einfachen Drahtkäfig ohne Nestkammer hat bei Kälte kaum Chancen.

Hitze ist ebenfalls gefährlich

Nicht nur Kälte schadet. Steht der Stall in der Sonne oder ist der Raum im Sommer sehr warm, kann es im dicht gepolsterten Nest zu heiß werden. Die Jungen liegen dann auseinander, wirken unruhig und atmen schnell. In diesem Fall etwas Polsterung von oben wegnehmen und für Schatten sorgen.

Unterkühlte Junge erkennen und aufwärmen

Ein unterkühltes Junges fühlt sich kalt an, bewegt sich kaum und reagiert träge. Es darf in diesem Zustand nicht gefüttert werden, weil die Verdauung bei Kälte nicht arbeitet.

  1. Das Junge in die geschlossenen Hände nehmen und mit eigener Körperwärme langsam erwärmen.
  2. Alternativ eine Wärmflasche mit warmem, nicht heißem Wasser füllen, in ein Handtuch wickeln und das Junge darauf legen.
  3. Regelmäßig prüfen. Das Erwärmen dauert oft eine halbe Stunde oder länger.
  4. Sobald es sich warm anfühlt und bewegt, zurück ins Nest zu den Geschwistern.

Ab wann es leichter wird

Mit dem Fell, das sich in der ersten Woche entwickelt, wird die Lage entspannter. Ab der zweiten Woche können die Jungen ihre Temperatur besser halten, in der dritten Woche verlassen sie das Nest bereits für kurze Ausflüge. Den Ablauf Woche für Woche zeigt der Beitrag Entwicklung der Jungkaninchen, die ersten Tage nach der Geburt behandelt Die ersten Tage nach dem Wurf.

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