Entwicklung der Jungkaninchen Woche für Woche
Zwischen Geburt und Auszug liegen bei Kaninchen nur rund zehn Wochen. In dieser Zeit verwandelt sich ein nacktes, blindes Junges in ein Tier, das rennt, frisst und sich selbst putzt.
Die ersten Tage
Neugeborene Kaninchen wiegen je nach Rasse nur einige Dutzend Gramm. Sie liegen dicht gedrängt im Nest und bewegen sich nur, um an die Zitzen zu kommen, wenn die Mutter zum Säugen erscheint. Den Rest des Tages schlafen sie. Ein gesundes Junges hat nach dem Säugen einen runden, prallen Bauch und eine glatte Haut.
Die Entwicklung im Überblick
Die Zeitangaben schwanken je nach Rasse, Wurfgröße und Milchleistung der Mutter. Als grobe Orientierung:
| Alter | Was passiert |
|---|---|
| Tag 1 bis 3 | nackt, Augen und Ohren geschlossen, nur Trinken und Schlafen |
| ab etwa Tag 4 | erster feiner Flaum, die Fellfarbe wird erkennbar |
| um Tag 10 | die Augen öffnen sich, die Ohrkanäle ebenso |
| Woche 2 | das Fell ist dicht, die Jungen krabbeln im Nest umher |
| Woche 3 | erste Ausflüge aus dem Nest, Knabbern an Heu und Grün |
| Woche 4 bis 5 | lebhaftes Spielen, feste Nahrung wird wichtiger |
| um Woche 8 | weitgehend entwöhnt, Milch spielt kaum noch eine Rolle |
| Woche 9 bis 10 | frühester sinnvoller Zeitpunkt für die Abgabe |
Augen auf
Wenn sich nach etwa zehn Tagen die Augen öffnen, beginnt eine neue Phase. Die Jungen reagieren auf Licht und Bewegung und werden neugieriger. Bleibt ein Auge verklebt oder ist es geschwollen, kann eine Infektion dahinterstecken. Dann den Tierarzt fragen und nicht selbst mit Gewalt öffnen.
Raus aus dem Nest
In der dritten Woche krabbeln die ersten Jungen aus dem Nest. Sie folgen der Mutter, kosten ihr Futter und fressen auch ihren Blinddarmkot. Das ist wichtig, denn so gelangen die Darmbakterien in den jungen Darm, die später das Pflanzenfutter verdauen. Ab jetzt sollte das Gehege keine Lücken mehr haben, durch die ein Junges entwischen kann, und keine hohen Stufen, von denen es fallen könnte.
Neues Futter
Junge Kaninchen sind empfindlich. Ihre Darmflora ist noch nicht stabil, und plötzliche Futterwechsel lösen schnell Durchfall aus, der bei Jungtieren lebensbedrohlich ist. Am besten bekommen sie, was auch die Mutter frisst: Heu, Wiese und vertrautes Grünfutter. Neues wird langsam eingeführt. Siehe auch Kaninchen richtig füttern.
Geschlechtsreife: die Uhr tickt
Kleine Rassen werden laut Fachliteratur mit drei bis fünf Monaten geschlechtsreif, mittlere und große etwas später. Einzelne frühreife Böckchen decken aber schon deutlich früher. Deshalb werden männliche Jungtiere um die zehnte bis zwölfte Woche von Mutter und Schwestern getrennt oder früh kastriert. Den richtigen Zeitpunkt bespricht man mit dem Tierarzt. Wer das Geschlecht nicht sicher bestimmen kann, lässt es prüfen; Verwechslungen sind häufig.
Gewicht im Blick
Ab der dritten Woche kann man die Jungen regelmäßig wiegen, etwa zweimal pro Woche. Eine stetige Zunahme ist das beste Zeichen, dass alles gut läuft. Stagniert das Gewicht oder nimmt ein Tier ab, stimmt etwas nicht. Wie die Aufzucht insgesamt gelingt, beschreibt der Beitrag Aufzucht bis zur Abgabe. Warum Kaninchen so unfertig zur Welt kommen, erklärt Kaninchen sind Nesthocker.

