Aufzucht bis zur Abgabe
Sobald die Jungen das Nest verlassen, beginnt die eigentliche Aufzucht. Jetzt entscheidet sich, ob aus ihnen gesunde, zutrauliche Kaninchen werden. Die meisten Fehler passieren beim Futter und beim Zeitpunkt der Trennung.
Woche 3 bis 5: die Welt entdecken
Wenn die Jungen das Nest verlassen, sollte das Gehege sicher sein. Gitterabstände, durch die ein kleiner Kopf passt, werden abgedichtet, hohe Ebenen vorübergehend entfernt oder mit Rampen versehen. Wassernäpfe dürfen nicht so tief sein, dass ein Junges hineinfallen kann. Die Mutter braucht trotzdem einen Rückzugsort, den die Jungen nicht erreichen, etwa eine erhöhte Fläche.
Das richtige Futter
Die Darmflora der Jungtiere ist noch im Aufbau. Durchfall ist bei ihnen die häufigste Todesursache. Darum gilt:
- Heu in bester Qualität, immer verfügbar
- frisches Grün, das auch die Mutter kennt, in kleinen Mengen beginnen
- keine plötzlichen Futterwechsel, keine neuen Sorten auf einmal
- kein Obst, keine zuckerhaltigen Leckerlis
- Wasser in einem flachen, schweren Napf
Gut ist, wenn die Jungen den Blinddarmkot der Mutter fressen können. So nehmen sie die Bakterien auf, die ihr Darm später braucht. Mehr zur Verdauung unter Ernährung.
Gewicht und Gesundheit
Zweimal pro Woche wiegen ist eine einfache Kontrolle. Die Jungen sollten kontinuierlich zunehmen. Zusätzlich lohnt ein Blick auf das Hinterteil: Ist es verklebt, kann das ein frühes Zeichen für eine Verdauungsstörung sein. Ein Junges, das nicht mitfrisst, sich absondert oder einen aufgeblähten Bauch hat, gehört sofort zum Tierarzt.
Woche 6 bis 8: Spielen und Lernen
Jetzt sind die Jungen voller Energie. Sie rennen, schlagen Haken, raufen spielerisch und erkunden alles. In dieser Zeit lernen sie das Sozialverhalten von Mutter und Geschwistern und gewöhnen sich am leichtesten an Menschen. Kurze, ruhige Begegnungen, Futter aus der Hand und alltägliche Geräusche helfen. Wie das konkret aussieht, beschreibt Jungkaninchen an Menschen gewöhnen.
Die Böcke im Blick behalten
Männliche Jungtiere können früh geschlechtsreif werden. Damit es nicht zu ungewollten Würfen kommt, auch mit Mutter oder Schwestern, werden Böckchen etwa ab der zehnten bis zwölften Woche getrennt oder kastriert. Eine Frühkastration vor der Geschlechtsreife ist möglich und hat den Vorteil, dass die Tiere danach sofort bei weiblichen Kaninchen bleiben können. Das Geschlecht sollte eine erfahrene Person oder der Tierarzt bestimmen.
Impfen
Junge Kaninchen können gegen RHD und Myxomatose geimpft werden. Ab welchem Alter, hängt vom Impfstoff ab; viele Tierärzte impfen ab etwa der fünften bis sechsten Woche. Wer Jungtiere abgibt, sollte sie geimpft abgeben und den Impfpass mitgeben. Siehe Krankheiten bei Kaninchen.
Ein gutes Zuhause finden
Gib Jungtiere möglichst zu zweit ab oder an Menschen, die bereits ein passendes Kaninchen haben. Frag nach dem geplanten Gehege und gib eine kleine Futtermenge des gewohnten Futters mit, damit die Umstellung leichter fällt. Ein kurzer Steckbrief mit Geburtsdatum, Impfungen und Fütterungsplan hilft den neuen Haltern. Was eine gute Haltung ausmacht, können sie auf der Seite Haltung nachlesen.
