Die trächtige Häsin versorgen
Eine Kaninchenträchtigkeit dauert nur rund einen Monat. In dieser Zeit braucht die Häsin vor allem gutes Futter, Ruhe und rechtzeitig einen Platz für ihr Nest. Der Rammler hat dann nichts mehr in ihrer Nähe zu suchen.
Trächtig oder scheinträchtig?
Nach dem Decken ist nicht sicher, ob eine Häsin trächtig ist. Kaninchen werden durch den Deckakt zum Eisprung angeregt, und auch ohne Befruchtung kann eine Scheinträchtigkeit entstehen, etwa durch Aufreiten anderer Häsinnen. Eine scheinträchtige Häsin baut nach etwa zweieinhalb Wochen ein Nest, rupft sich Haare aus und verteidigt ihren Platz, ohne dass Junge kommen.
Eine echte Trächtigkeit lässt sich nach etwa zwei Wochen durch vorsichtiges Abtasten des Bauchs feststellen. Das sollte ein Tierarzt oder eine erfahrene Person machen, denn zu kräftiges Drücken kann den Föten schaden. Sicher ist auch ein Ultraschall.
Futter
Der Energiebedarf steigt im Laufe der Trächtigkeit und noch stärker in der Säugezeit. Die Grundlage bleibt dieselbe:
- Heu unbegrenzt
- reichlich frisches Grün, Kräuter und Blattgemüse
- frisches Wasser, auch bei viel Grünfutter
- bei Bedarf ein hochwertiges, getreidefreies Pelletfutter in kleinen Mengen
Mineralsteine oder Vitaminzusätze sind bei abwechslungsreicher Fütterung nicht nötig. Futterumstellungen während der Trächtigkeit vermeiden. Die Häsin sollte normalgewichtig bleiben, denn zu fette Häsinnen haben häufiger Geburtsprobleme. Siehe Ernährung.
Ruhe und Raum
Eine trächtige Häsin braucht ein ruhiges Gehege mit Rückzugsmöglichkeiten. Sie bleibt bei vertrauten Häsinnen oder einem kastrierten Partner, wenn es keine Spannungen gibt, wird aber vor der Geburt meist getrennt, damit Nest und Junge ungestört bleiben. Den unkastrierten Rammler unbedingt fernhalten: Eine Häsin kann direkt nach der Geburt erneut gedeckt werden.
Das Nest vorbereiten
Ab etwa dem 25. Tag bekommt die Häsin eine Nestbox oder einen geschützten, dunklen Winkel und reichlich weiches Heu und Stroh. Viele Häsinnen tragen das Material in den letzten Tagen zusammen, oft erst wenige Stunden vor der Geburt. Kurz vorher rupfen sie sich Haare an Bauch und Brust aus und polstern das Nest.
Die Geburt
Kaninchen gebären meist nachts oder in den frühen Morgenstunden, schnell und ohne Hilfe. Nach einer halben Stunde ist oft alles vorbei. Am nächsten Morgen findet man das fertige Nest mit den Jungen. Die Mutter frisst die Nachgeburten, das ist normal.
| Trächtigkeitstag | Was passiert |
|---|---|
| 1 | Deckakt, danach Rammler weg |
| etwa 12 bis 14 | Trächtigkeit ertastbar |
| 16 bis 18 | Nestbau bei Scheinträchtigkeit |
| ab 25 | Nistmaterial anbieten |
| 28 bis 34 | Geburt, meist um Tag 31 |
Nach der Geburt
Die Häsin braucht weiter viel Futter und Wasser, ihr Bedarf ist in der Säugezeit am höchsten. Das Nest wird einmal am Tag kurz kontrolliert. Was dabei zu beachten ist, steht im Beitrag Die ersten Tage nach dem Wurf. Wie die Jungen sich entwickeln, zeigt Entwicklung der Jungkaninchen Woche für Woche.