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Kaninchen im Winter draußen halten

Aktualisiert am · 2 Min. Lesezeit

Kaninchen sind besser an Kälte angepasst als an Hitze. Gesunde, gut gewöhnte Tiere können ganzjährig draußen leben. Die Frage ist weniger, welche Rasse geeignet ist, als welches Tier und welches Gehege.

Kaninchen im verschneiten Auslauf. Trockene Kälte vertragen gesunde Tiere gut.
Kaninchen im verschneiten Auslauf. Trockene Kälte vertragen gesunde Tiere gut. Foto: Andreas Rühle, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons

Warum Kälte weniger schlimm ist als gedacht

Das Wildkaninchen lebt in weiten Teilen Europas und übersteht Winter mit Frost und Schnee. Hauskaninchen haben diese Fähigkeit behalten. Im Herbst bilden sie ein dichtes Winterfell mit viel Unterwolle, die Luft einschließt und isoliert. Als Wohlfühltemperatur gelten etwa 15 Grad. Problematisch wird es weniger bei Kälte als bei Hitze, Nässe und Zugluft.

Was Kaninchen für den Winter draußen mitbringen sollten

  • gesund und im besten Alter: keine sehr jungen, alten oder chronisch kranken Tiere
  • normales Gewicht: Untergewichtige Tiere frieren schneller
  • dichtes Normalhaarfell: Kurz- und Normalhaar mit funktionierenden Deckhaaren schützt am besten
  • Gesellschaft: Kaninchen wärmen sich gegenseitig. Ein einzelnes Tier draußen friert.
  • Gewöhnung: Die Tiere leben seit dem Frühjahr oder Sommer draußen

Welche Rassen und Felltypen

Gut geeignet sind mittelgroße und kleine Kaninchen mit dichtem, normalem Fell. Bei Zwergrassen ist die Körperoberfläche im Verhältnis zum Gewicht größer, sie verlieren also etwas schneller Wärme. In einer Gruppe mit gutem Schutzhaus überstehen aber auch sie den Winter.

FelltypEignung für Winter draußen
Normalhaar, kurz und dichtgut
Rex, Kurzhaarplüschmöglich, gutes Schutzhaus besonders wichtig
Löwenkopf, Halblanghaarmöglich, Fell muss trocken und filzfrei bleiben
Angoraungeeignet ohne festen, trockenen Stall, da das Fell keine wasserabweisenden Deckhaare hat
frisch geschorene Tiereungeeignet

Bei Rexkaninchen sind die Deckhaare auf die Länge der Unterwolle verkürzt. Das Fell ist sehr dicht, schützt aber womöglich weniger gut gegen Regen. Ein trockenes Schutzhaus ist für sie umso wichtiger.

Der größte Feind: Nässe

Nasses Fell verliert seine Isolierung. Ein Kaninchen, das bei Regen keinen trockenen Platz findet, kann auch bei Temperaturen über null auskühlen. Deshalb braucht jedes Außengehege:

  • ein isoliertes Schutzhaus mit erhöhtem Boden
  • eine dicke Lage Stroh, die bei Feuchtigkeit sofort getauscht wird
  • einen überdachten Bereich, in dem die Tiere auch bei Regen fressen können
  • Schutz vor Wind und Zugluft an der Wetterseite

Der Bau eines solchen Geheges ist im Beitrag Ein Kaninchengehege selbst bauen beschrieben.

Futter im Winter

Kaninchen verbrauchen bei Kälte mehr Energie. Heu muss reichlich verfügbar sein. Frisches Grün gibt es auch im Winter: Grünkohl, Wirsingblätter, Feldsalat, Endivie, Fenchel und Kräuter aus dem Topf. Gefrorenes Futter wird nicht angeboten, und Wasser muss mehrmals täglich auf Eis kontrolliert werden.

Wer besser drinnen bleibt

Kranke, frisch operierte, sehr alte oder sehr junge Kaninchen überwintern drinnen oder in einem frostfreien, hellen Raum wie einem Gartenhaus. Auch trächtige Häsinnen und Würfe im Winter brauchen besondere Wärme, siehe Nestwärme. Allgemeines zur Haltung drinnen und draußen steht auf der Seite Haltung.

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