Welche Kaninchen passen in die Wohnung?
Viele Menschen suchen eine Kaninchenrasse, die sich besonders gut für die Wohnung eignet. Die Antwort fällt nüchtern aus: Die Rasse spielt eine kleinere Rolle als Größe, Fellart und der Charakter des einzelnen Tieres.

Was eine Wohnung bieten muss
Egal welche Rasse: Kaninchen in der Wohnung brauchen denselben Platz wie draußen, also nach dem Richtwert der TVT mindestens sechs Quadratmeter für zwei Tiere, und täglich Gelegenheit zum Rennen. Ein freier Raum oder ein abgetrennter Bereich in einem Zimmer ist ideal. Rutschfester Boden, gesicherte Kabel und ein Rückzugsort sind Pflicht. Die Grundlagen stehen auf der Seite Haltung.
Größe
Kleinere Kaninchen brauchen etwas weniger Fläche für Häuser und Ebenen, rennen aber genauso viel. Große Rassen wie Riesen sind in einer Mietwohnung schwieriger: Sie brauchen mehr Fläche, große Toiletten, stabile Möbel und kommen schlechter auf erhöhte Flächen. Für die meisten Wohnungen sind kleine bis mittelgroße Tiere bis etwa drei, vier Kilogramm am praktischsten. Größenvergleiche gibt es im Beitrag Kleine und große Kaninchenrassen.
Fell
Kurzhaarige Kaninchen sind pflegeleichter. Sie haaren zwar im Fellwechsel stark, und in der Wohnung landen Haare auf Sofa und Teppich, aber sie brauchen keine tägliche Fellpflege. Langhaarrassen wie Angora oder Löwenkopf mit langer Mähne machen deutlich mehr Arbeit. Rexkaninchen haben ein besonders dichtes, kurzes Plüschfell, das wenig verfilzt; ihre Fußsohlen sind allerdings schwächer behaart und brauchen weiche Böden.
Charakter vor Rasse
Rassen werden vor allem nach Aussehen gezüchtet: Fellfarbe, Ohrform, Körperbau. Ein ruhiges oder lebhaftes Wesen lässt sich nur bedingt an der Rasse festmachen. Zwei Farbenzwerge aus demselben Wurf können sehr unterschiedlich sein. Ob ein Kaninchen zutraulich wird, hängt stark davon ab, wie es als Jungtier an Menschen gewöhnt wurde, siehe Jungkaninchen an Menschen gewöhnen.
| Typ | Vorteile in der Wohnung | Zu bedenken |
|---|---|---|
| Zwergrassen | wenig Gewicht, kleine Häuser genügen | teils Zahnprobleme durch kurzen Kiefer |
| Widder | oft gelassen im Umgang | Ohrentzündungen häufiger |
| mittelgroße Normalhaar | robust, unkompliziert | brauchen etwas mehr Fläche |
| Rex | dichtes Kurzfell, wenig Filz | empfindlichere Fußsohlen |
| Langhaar | auffälliges Aussehen | tägliche Fellpflege |
| Riesen | ruhig, beeindruckend | sehr viel Platz, kürzere Lebenserwartung |
Mischlinge aus dem Tierheim
Wer kein bestimmtes Aussehen sucht, ist mit Mischlingen gut beraten. Sie sind oft robuster als stark durchgezüchtete Rassetiere. Tierheime kennen den Charakter ihrer Kaninchen und können einschätzen, ob ein Tier eher an Wohnungshaltung gewöhnt ist und gut mit Menschen umgeht. Viele sind bereits stubenrein, kastriert und vergesellschaftet. Mehr dazu unter Tierschutz.
Stubenreinheit
Kaninchen jeder Rasse lassen sich gut an eine Toilette gewöhnen. Kastrierte Tiere sind deutlich zuverlässiger als unkastrierte, die mit Urin und Kot ihr Revier markieren. Eine Toilettenschale an der Stelle, die das Tier ohnehin wählt, Heu direkt darüber und Geduld in den ersten Wochen reichen meist.
Allergien
Manche Menschen reagieren auf Kaninchen allergisch, häufiger aber auf den Heustaub. Vor der Anschaffung lohnt ein längerer Besuch bei Kaninchenhaltern oder im Tierheim. Eine Rasse, die keine Allergie auslöst, gibt es nicht.


