SchnuppernasenKaninchen halten, verstehen, pflegen

Welche Kaninchen passen in die Wohnung?

Aktualisiert am · 2 Min. Lesezeit

Viele Menschen suchen eine Kaninchenrasse, die sich besonders gut für die Wohnung eignet. Die Antwort fällt nüchtern aus: Die Rasse spielt eine kleinere Rolle als Größe, Fellart und der Charakter des einzelnen Tieres.

Rexkaninchen mit dem typischen kurzen, samtigen Fell.
Rexkaninchen mit dem typischen kurzen, samtigen Fell. Foto: DestinationFearFan, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Was eine Wohnung bieten muss

Egal welche Rasse: Kaninchen in der Wohnung brauchen denselben Platz wie draußen, also nach dem Richtwert der TVT mindestens sechs Quadratmeter für zwei Tiere, und täglich Gelegenheit zum Rennen. Ein freier Raum oder ein abgetrennter Bereich in einem Zimmer ist ideal. Rutschfester Boden, gesicherte Kabel und ein Rückzugsort sind Pflicht. Die Grundlagen stehen auf der Seite Haltung.

Größe

Kleinere Kaninchen brauchen etwas weniger Fläche für Häuser und Ebenen, rennen aber genauso viel. Große Rassen wie Riesen sind in einer Mietwohnung schwieriger: Sie brauchen mehr Fläche, große Toiletten, stabile Möbel und kommen schlechter auf erhöhte Flächen. Für die meisten Wohnungen sind kleine bis mittelgroße Tiere bis etwa drei, vier Kilogramm am praktischsten. Größenvergleiche gibt es im Beitrag Kleine und große Kaninchenrassen.

Fell

Kurzhaarige Kaninchen sind pflegeleichter. Sie haaren zwar im Fellwechsel stark, und in der Wohnung landen Haare auf Sofa und Teppich, aber sie brauchen keine tägliche Fellpflege. Langhaarrassen wie Angora oder Löwenkopf mit langer Mähne machen deutlich mehr Arbeit. Rexkaninchen haben ein besonders dichtes, kurzes Plüschfell, das wenig verfilzt; ihre Fußsohlen sind allerdings schwächer behaart und brauchen weiche Böden.

Charakter vor Rasse

Rassen werden vor allem nach Aussehen gezüchtet: Fellfarbe, Ohrform, Körperbau. Ein ruhiges oder lebhaftes Wesen lässt sich nur bedingt an der Rasse festmachen. Zwei Farbenzwerge aus demselben Wurf können sehr unterschiedlich sein. Ob ein Kaninchen zutraulich wird, hängt stark davon ab, wie es als Jungtier an Menschen gewöhnt wurde, siehe Jungkaninchen an Menschen gewöhnen.

TypVorteile in der WohnungZu bedenken
Zwergrassenwenig Gewicht, kleine Häuser genügenteils Zahnprobleme durch kurzen Kiefer
Widderoft gelassen im UmgangOhrentzündungen häufiger
mittelgroße Normalhaarrobust, unkompliziertbrauchen etwas mehr Fläche
Rexdichtes Kurzfell, wenig Filzempfindlichere Fußsohlen
Langhaarauffälliges Aussehentägliche Fellpflege
Riesenruhig, beeindruckendsehr viel Platz, kürzere Lebenserwartung

Mischlinge aus dem Tierheim

Wer kein bestimmtes Aussehen sucht, ist mit Mischlingen gut beraten. Sie sind oft robuster als stark durchgezüchtete Rassetiere. Tierheime kennen den Charakter ihrer Kaninchen und können einschätzen, ob ein Tier eher an Wohnungshaltung gewöhnt ist und gut mit Menschen umgeht. Viele sind bereits stubenrein, kastriert und vergesellschaftet. Mehr dazu unter Tierschutz.

Stubenreinheit

Kaninchen jeder Rasse lassen sich gut an eine Toilette gewöhnen. Kastrierte Tiere sind deutlich zuverlässiger als unkastrierte, die mit Urin und Kot ihr Revier markieren. Eine Toilettenschale an der Stelle, die das Tier ohnehin wählt, Heu direkt darüber und Geduld in den ersten Wochen reichen meist.

Allergien

Manche Menschen reagieren auf Kaninchen allergisch, häufiger aber auf den Heustaub. Vor der Anschaffung lohnt ein längerer Besuch bei Kaninchenhaltern oder im Tierheim. Eine Rasse, die keine Allergie auslöst, gibt es nicht.

Auch lesenswert