Kleine und große Kaninchenrassen
Kaum eine Haustierart zeigt so große Gewichtsunterschiede wie das Hauskaninchen. Ein kleiner Zwerg und ein ausgewachsener Riese können sich im Gewicht um ein Vielfaches unterscheiden, obwohl beide vom selben Wildkaninchen abstammen.

Wie Rassen nach Größe eingeteilt werden
Der Zentralverband Deutscher Rasse-Kaninchenzüchter ordnet die anerkannten Rassen in Abteilungen. Laut Wikipedia sind es 88 Rassen in mehreren hundert Farbenschlägen. Für die Größe sind vor allem diese Grenzen wichtig:
| Abteilung | Gewicht |
|---|---|
| Zwergrassen | bis 2 kg |
| kleine Rassen | bis 3,75 kg |
| mittelgroße Rassen | bis 5,5 kg |
| große Rassen | über 5,5 kg |
Das Wildkaninchen wiegt übrigens meist zwischen eineinhalb und zwei Kilogramm. Alles, was deutlich darüber liegt, ist ein Zuchtergebnis der letzten zwei Jahrhunderte.
Beispiele
- Hermelin und Farbenzwerg: gehören zu den kleinsten Rassen, oft nur um ein Kilogramm.
- Zwergwidder: etwas kräftiger, meist knapp unter der Zwerggrenze.
- Kleinsilber, Holländer, Lohkaninchen: kleine Rassen mit zwei bis drei Kilo.
- Rex, Kalifornier, Neuseeländer: mittelgroße Rassen.
- Deutsche Riesen, Belgische Riesen, Deutsche Riesenschecken: große Rassen, Riesen erreichen deutlich mehr als sieben Kilogramm.
Was die Größe ändert
Platz
Der Richtwert der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz von sechs Quadratmetern für zwei Tiere ist eine Untergrenze. Ein Riesenkaninchen macht längere Sprünge als ein Zwerg und braucht entsprechend mehr Fläche, größere Häuser und breitere Durchgänge. Toiletten in Katzengröße reichen für Riesen oft nicht.
Futter
Große Kaninchen fressen mehr, aber nicht im gleichen Verhältnis zum Gewicht. Kleine Tiere haben einen höheren Stoffwechsel. Die Futterzusammensetzung ist für alle gleich: Heu als Grundlage, dazu reichlich Grün, siehe Ernährung.
Gesundheit
Riesen neigen eher zu Gelenkproblemen, Arthrose und wunden Fußsohlen, weil ihr Gewicht auf den Läufen lastet. Weiche, trockene Böden und Rampen statt Stufen helfen. Zwergrassen haben dagegen öfter Zahnprobleme durch verkürzte Kiefer, siehe Zwergkaninchen.
Lebenserwartung
Laut Wikipedia können kleine Rassen wie Hermelin unter guten Bedingungen zwölf Jahre und älter werden, Riesen erreichen eher um die sieben. Das entspricht einem Muster, das man auch bei Hunden kennt: Große Tiere einer Art altern schneller.
Größe richtig einschätzen
Bei Jungtieren ist das spätere Gewicht schwer abzuschätzen, besonders bei Mischlingen. Ein Blick auf die Elterntiere hilft. Große Pfoten und lange Ohren bei einem jungen Tier deuten eher auf eine größere Endgröße hin. Wer eine bestimmte Größe braucht, etwa für die Wohnung, nimmt am besten ein ausgewachsenes Tier aus dem Tierheim. Welche Rassen für die Wohnung infrage kommen, steht im Beitrag Welche Kaninchen passen in die Wohnung?.


