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Ohrentzündung beim Kaninchen

Aktualisiert am · 2 Min. Lesezeit

Ohrentzündungen gehören bei Kaninchen zu den unterschätzten Erkrankungen. Im äußeren Gehörgang sind sie oft gut zu erkennen. Sitzt die Entzündung tiefer, im Mittel- oder Innenohr, zeigt sie sich manchmal erst durch einen schiefen Kopf.

Wo sich die Entzündung abspielt

Das Ohr besteht aus drei Abschnitten. Der äußere Gehörgang reicht bis zum Trommelfell. Dahinter liegt das Mittelohr, ein luftgefüllter Raum in einer knöchernen Kapsel. Noch tiefer liegt das Innenohr mit dem Hör- und dem Gleichgewichtsorgan. Je tiefer eine Entzündung reicht, desto schwerer ist sie zu sehen und desto ernster sind die Folgen.

Anzeichen

Äußerer Gehörgang:

  • häufiges Kopfschütteln und Kratzen am Ohr
  • Rötung, Schwellung, Schmerzen bei Berührung
  • dunkles oder eitriges Sekret, unangenehmer Geruch
  • Krusten oder Schuppen im Gehörgang

Mittel- und Innenohr:

  • Kopfschiefhaltung
  • Gleichgewichtsstörungen, Taumeln, Rollen um die eigene Achse
  • Augenzittern
  • Fressunlust, weil das Tier Schmerzen hat oder sich schlecht orientiert

Eine Kopfschiefhaltung kann auch durch den Parasiten Encephalitozoon cuniculi entstehen. Welche Ursache vorliegt, klärt nur der Tierarzt, oft mit Röntgenbild oder Computertomografie. Siehe auch Krankheiten.

Ursachen

Ohrmilben

Die Milbe Psoroptes cuniculi verursacht die sogenannte Ohrräude. Typisch sind dicke, braungraue, schichtweise aufgebaute Krusten im Gehörgang, starker Juckreiz und Kopfschütteln. Die Milben übertragen sich direkt von Tier zu Tier, deshalb werden immer alle Kaninchen einer Gruppe behandelt.

Bakterien und Hefen

Bakterien wie Pasteurellen oder Hefepilze siedeln sich gern in einem feuchten, schlecht belüfteten Gehörgang an. Häufig beginnt eine Mittelohrentzündung auch über den Rachen: Bei Schnupfen wandern Keime über die Ohrtrompete ins Mittelohr.

Widderohren

Bei Widderkaninchen knickt der Ohrknorpel an der Basis ab. Dadurch ist der Gehörgang enger, schlechter belüftet und Ohrenschmalz kann sich stauen. Widder haben deshalb häufiger Ohrentzündungen als stehohrige Kaninchen. Regelmäßige Ohrkontrollen sind bei ihnen besonders wichtig.

Behandlung

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Gegen Milben gibt es Präparate, die auf den Nacken getropft oder gespritzt werden. Bakterielle Entzündungen werden mit Ohrentropfen oder Antibiotika behandelt, Mittelohrentzündungen brauchen oft eine längere Therapie, manchmal auch eine Operation. Schmerzmittel gehören fast immer dazu, damit das Tier weiter frisst.

Pflege während der Behandlung

Ein Kaninchen mit Gleichgewichtsstörungen braucht ein sicheres Umfeld: keine Ebenen, von denen es fallen kann, weiche Unterlagen, Polster an den Wänden, Futter und Wasser in Reichweite. Viele Tiere gewöhnen sich an eine bleibende leichte Kopfschiefhaltung und leben damit gut.

Vorbeugen

Ein Blick in die Ohren gehört zum wöchentlichen Gesundheitscheck. Sauber, hellrosa und geruchlos ist normal. Bei Widdern lohnt zusätzlich eine regelmäßige Kontrolle beim Tierarzt, der den Gehörgang mit dem Otoskop beurteilen kann. Schnupfen sollte nie verschleppt werden. Wie die Ohren im Alltag aussehen und was ihre Stellung verrät, steht in Was die Ohren verraten.

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