SchnuppernasenKaninchen halten, verstehen, pflegen

Zähne, Futter und Ohren

Aktualisiert am · 2 Min. Lesezeit

Ein Futter, das gezielt die Ohren gesund hält, gibt es nicht, auch wenn manche Produkte so beworben werden. Die Ernährung beeinflusst die Ohren aber auf Umwegen: über die Zähne, das Körpergewicht und die allgemeine Abwehrkraft.

Der Weg über die Zähne

Bei Kaninchen liegen Zähne, Kiefer, Tränennasenkanal und Ohr eng beieinander. Die Backenzähne wachsen ein Leben lang nach und müssen durch ausgiebiges Kauen abgenutzt werden. Bekommt ein Kaninchen zu wenig faserreiches Futter, nutzen sich die Zähne ungleichmäßig ab. Es entstehen Kanten und Spitzen, die Zahnwurzeln können sich in den Kiefer schieben, und es kommt zu Entzündungen und Abszessen im Kopfbereich.

Solche Zahnprobleme bleiben nicht immer auf das Maul begrenzt. Sie können Schmerzen bis in die Ohrregion verursachen, den Tränenkanal verlegen und bei schweren Verläufen benachbarte Strukturen betreffen. Wer Zahnprobleme vermeidet, schützt also indirekt den ganzen Kopf.

Heu ist das Wichtigste

Nichts nutzt die Zähne so gleichmäßig ab wie Heu und Gras. Die Halme enthalten viel Rohfaser und kleine Kieselsäurekristalle, die beim Kauen wie feines Schleifpapier wirken. Ein Kaninchen kaut Heu mit sehr vielen Kaubewegungen, Pellets dagegen sind schnell zerkleinert. Deshalb ist eine heu- und grünfutterbasierte Ernährung die beste Vorsorge für Zähne und damit auch für den Kopfbereich. Die Grundlagen stehen auf der Seite Ernährung.

FutterWirkung auf die Zähne
Heu, Graslange Kauzeit, gleichmäßiger Abrieb
Wildkräuter, Blättergute Kauarbeit, viel Wasser
Gemüsemittlere Kauarbeit
Pellets, Trockenfutterkurze Kauzeit, wenig Abrieb
Knabberstangen, Brotkaum Abrieb, viel Stärke

Der Weg über das Gewicht

Übergewichtige Kaninchen können sich schlechter putzen. Sie erreichen ihre Ohren, ihren Rücken und ihr Hinterteil nicht mehr richtig. Bei den Ohren betrifft das vor allem Widder, deren Gehörgang ohnehin schlecht belüftet ist. Ein normales Gewicht durch wenig Zucker und Stärke im Futter hilft, die Körperpflege aufrechtzuerhalten.

Der Weg über die Abwehr

Viele Ohrentzündungen beginnen mit einem Schnupfen, bei dem Keime über den Rachen ins Mittelohr wandern. Ein gut versorgtes Kaninchen mit stabiler Darmflora, wenig Stress und guten Haltungsbedingungen erkrankt seltener. Vitaminpräparate oder Zusätze sind bei abwechslungsreicher Fütterung mit Heu, Wiese und Blattgemüse nicht nötig. Überdosierte Vitamine können sogar schaden.

Flüssigkeit bei Hitze

Die Ohren sind die Klimaanlage des Kaninchens. Bei Hitze wird über sie Wärme abgegeben. Damit das funktioniert, braucht der Körper genug Flüssigkeit. Wasserreiches Grünfutter wie Gurke, Salat und frisches Gras hilft an heißen Tagen zusätzlich zum Wassernapf.

Zahnkontrolle nicht vergessen

Die Schneidezähne kann man selbst ansehen, die Backenzähne nur der Tierarzt. Eine Kontrolle einmal im Jahr, bei Zwergrassen und Widdern auch häufiger, deckt Probleme früh auf. Woran man Zahnschmerzen erkennt, beschreibt die Seite Pflege.

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