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Kaninhop für Einsteiger

Aktualisiert am · 2 Min. Lesezeit

Beim Kaninhop springen Kaninchen über kleine Hindernisse, ähnlich wie Pferde im Springreiten. Was nach Zirkus klingt, kann für geeignete Tiere eine gute Beschäftigung sein, wenn es freiwillig, kurz und mit Rücksicht geschieht.

Ein Kaninchen springt bei einem Kaninhop-Wettbewerb über ein niedriges Hindernis.
Ein Kaninchen springt bei einem Kaninhop-Wettbewerb über ein niedriges Hindernis. Foto: Fruitpunchli, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Woher der Sport kommt

Kaninhop entstand Anfang der 1970er-Jahre in Schweden. Züchter wollten ihre Kaninchen beschäftigen und ließen sie über Hindernisse springen. Ende der 1970er wurde dort der erste Verein gegründet. Heute gibt es Kaninhop-Gruppen in fast allen europäischen Ländern. In Deutschland sind sie meist an Vereine des Zentralverbands Deutscher Rasse-Kaninchenzüchter angeschlossen.

Welche Kaninchen geeignet sind

Nicht jedes Kaninchen hat Freude am Springen. Gut geeignet sind gesunde, ausgewachsene Tiere mit normalem Gewicht und einem neugierigen, nicht zu ängstlichen Wesen. Leichte bis mittelgroße Rassen mit langen Hinterläufen springen oft besonders gern. Weniger geeignet sind:

  • Jungtiere, deren Knochen und Gelenke noch wachsen
  • schwere Rassen und Riesen, die beim Landen viel Gewicht abfangen müssen
  • übergewichtige oder ältere Tiere
  • Kaninchen mit Gelenk-, Rücken- oder Herzproblemen
  • sehr ängstliche Tiere, für die das Training nur Stress bedeutet

Ein Gesundheitscheck beim Tierarzt vor dem Start ist sinnvoll.

Geschirr und Leine

Im Training und bei vielen Wettbewerben laufen Kaninchen an der Leine. Diese wird immer an einem gut sitzenden Geschirr befestigt, niemals an einem Halsband. Das Geschirr sollte gepolstert sein und sich nicht abstreifen lassen. Die ersten Male trägt das Kaninchen es nur ein paar Minuten in vertrauter Umgebung, während es frisst. Erst wenn es sich daran gewöhnt hat, kommt die Leine dazu. Die Leine dient der Führung, nie dem Ziehen oder Heben über ein Hindernis.

Die ersten Sprünge

  1. Ganz niedrig beginnen: Eine Stange auf dem Boden oder wenige Zentimeter hoch reicht.
  2. Neugier nutzen: Viele Kaninchen hüpfen von selbst über ein Hindernis, wenn auf der anderen Seite ein Kräuterblatt liegt oder ein vertrauter Mensch sitzt.
  3. Loben und belohnen: Jeder freiwillige Sprung wird mit einer kleinen Belohnung bestätigt.
  4. Langsam steigern: Erst wenn das Tier eine Höhe sicher und gern springt, wird sie um wenige Zentimeter erhöht oder ein zweites Hindernis aufgestellt.

Kurz und regelmäßig

Kaninchen sind Sprinter, keine Ausdauersportler. Fünf bis zehn Minuten Training sind für den Anfang genug, mit Pausen dazwischen. Gute Zeiten sind die frühen Morgen- und Abendstunden, wenn Kaninchen von Natur aus aktiv sind. Bei Hitze wird nicht trainiert.

Was Kaninhop bringt

Gut gemacht, bietet Kaninhop Bewegung, geistige Beschäftigung und eine engere Beziehung zwischen Mensch und Tier. Er ersetzt aber kein großes Gehege. Ein Kaninchen, das zwischen Trainingseinheiten in einem kleinen Käfig sitzt, ist nicht artgerecht gehalten, egal wie gut es springt. Die Grundlagen stehen auf der Seite Haltung.

Wie man zu Hause einen kleinen Übungsparcours aufbaut, steht im Beitrag Einen Übungsparcours bauen. Einen Überblick über die Geschichte gibt der Wikipedia-Artikel Kaninhop.

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