Krankheiten bei Angorakaninchen
Angorakaninchen können dieselben Krankheiten bekommen wie alle Kaninchen. Ihr langes Fell bringt aber eine Reihe zusätzlicher Risiken mit, die fast alle mit guter Pflege vermeidbar sind.
Verfilzung und Hautprobleme
Verfilztes Fell ist mehr als ein Schönheitsfehler. Die Filzplatten ziehen an der Haut, darunter staut sich Feuchtigkeit und Wärme, und es entstehen Ekzeme und offene Stellen. Bakterien und Pilze finden dort ideale Bedingungen. Kontrolliere deshalb beim Kämmen auch die Haut: Rötungen, Schuppen oder nässende Stellen gehören dem Tierarzt gezeigt.
Haarballen und Verstopfung
Kaninchen können nicht erbrechen. Was sie beim Putzen verschlucken, muss durch den gesamten Darm. Bei Angoras sind das große Mengen. Ballen sich die Haare im Magen oder Darm, kommt es zu Verstopfung und im schlimmsten Fall zu einem Darmverschluss. Warnzeichen sind kleine, mit Haaren verbundene Kotbällchen, die wie eine Perlenkette aussehen, weniger Kot als sonst und nachlassender Appetit.
Vorbeugung:
- regelmäßig kämmen, besonders im Haarwechsel
- Heu immer verfügbar, damit der Darm in Bewegung bleibt
- viel frisches Grün für genügend Flüssigkeit
- Bewegung, denn sie fördert die Verdauung
Bleibt der Kot aus, ist das ein Notfall. Siehe Krankheiten bei Kaninchen.
Fliegenmaden
Ein verklebtes Hinterteil ist im Sommer gefährlich. Fliegen legen ihre Eier in feuchtes, verschmutztes Fell, die Maden schlüpfen schnell und fressen sich in die Haut. Bei langhaarigen Kaninchen ist das Risiko besonders hoch und der Befall schwerer zu sehen. Laut Wikipedia verläuft ein solcher Befall im Genitalbereich bei Angoras im Sommer oft tödlich. Halte das Fell um den After kurz und schau bei warmem Wetter täglich nach.
Augen
Wenn lange Haare ins Gesicht hängen, reizen sie die Augen. Es kommt zu Tränenfluss und Bindehautentzündungen. Das Fell rund um die Augen wird deshalb kurz gehalten. Tränende Augen können aber auch von den Zähnen kommen, denn die Zahnwurzeln liegen nah am Tränennasenkanal. Das prüft der Tierarzt.
Hitze
Mit vollem Fell kann ein Angora bei sommerlichen Temperaturen schnell überhitzen. Kaninchen geben Wärme fast nur über die Ohren und die Atmung ab. Zeichen eines Hitzschlags sind schnelle, flache Atmung, heiße Ohren, Apathie und Taumeln. Vor Hitzeperioden sollte das Tier geschoren sein, im Gehege braucht es Schatten und kühle Liegeflächen.
Kälte und Nässe
Auch Kälte kann Probleme machen, aber anders als viele denken. Ein trockenes Angora mit vollem Fell friert selten. Ein frisch geschorenes oder ein nasses Tier dagegen kühlt schnell aus. Das Fell hat keine wasserabweisende Deckschicht. Außenhaltung ohne festes, trockenes Schutzhaus ist daher nicht geeignet.
Parasiten
In dichtem Fell bleiben Milben und Flöhe lange unbemerkt. Schuppen, Juckreiz und kahle Stellen sind typische Zeichen. Weil Flöhe und Mücken Myxomatose übertragen, ist die Impfung bei Angoras genauso wichtig wie bei allen Kaninchen.
Gewichtskontrolle
Unter dem Fell ist kaum zu sehen, ob ein Angora zu- oder abnimmt. Eine Waage ist deshalb besonders wichtig. Wöchentlich gewogen, fallen Veränderungen früh auf. Wie ein Gesundheitscheck aussieht, steht auf der Seite Pflege, die Grundlagen der Fellpflege im Beitrag Angorakaninchen pflegen.


