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Angorakaninchen pflegen

Aktualisiert am · 3 Min. Lesezeit

Das Fell eines Angorakaninchens hört nicht auf zu wachsen. Ohne regelmäßige Hilfe verfilzt es, wird schwer und nass und macht das Tier krank. Wer ein Angora hält, plant deshalb feste Pflegezeiten ein, Woche für Woche.

Weißes Angorakaninchen mit voll gewachsenem Fell.
Weißes Angorakaninchen mit voll gewachsenem Fell. Foto: Avro52, Public domain, Wikimedia Commons

Eine Rasse mit besonderem Fell

Angorakaninchen gehören zu den ältesten Kaninchenrassen. Nach Deutschland kamen sie laut Wikipedia im 18. Jahrhundert, zuerst nach Franken. Ausgewachsen wiegen sie etwa dreieinhalb bis gut fünf Kilogramm. Ihr Fell ist ein Zuchtergebnis: Es wächst ständig weiter und wird nicht wie bei anderen Kaninchen im Fellwechsel abgestoßen. Ohne Schur wird es mit der Zeit so lang, dass die Tiere kaum noch laufen können.

Kämmen: mehrmals pro Woche

In den Wochen nach der Schur genügt es, das kurze Fell einmal pro Woche durchzugehen. Je länger es wird, desto häufiger muss gekämmt werden, im letzten Drittel vor der nächsten Schur am besten täglich. Bewährt haben sich ein grober Metallkamm, eine weiche Bürste und ein Föhn auf kalter Stufe, mit dem lose Haare und Staub ausgeblasen werden.

Besonders schnell verfilzen das Fell am Bauch, an den Innenseiten der Schenkel, hinter den Ohren und am Hinterteil. Kleine Knoten lassen sich mit den Fingern auseinanderzupfen. Größere Filzplatten werden mit einer abgerundeten Schere herausgeschnitten, ohne die dünne Haut zu verletzen.

Die Schur

In Deutschland werden Angorakaninchen üblicherweise etwa viermal im Jahr geschoren, also ungefähr alle drei Monate. Eine elektrische Schermaschine mit feinem Scherkopf ist am schonendsten; mit der Schere geht es auch, braucht aber Übung. Die Haut von Kaninchen ist dünn und reißt schnell ein.

Ein frisch geschorenes Angora friert schneller. Im Winter sollte es nach der Schur in einem geschützten, nicht zu kalten Raum leben, bis das Fell nachgewachsen ist. Wie die Wolle gewonnen wird und warum das Rupfen umstritten ist, beschreibt der Beitrag Angorawolle gewinnen.

Klima und Unterbringung

Das dichte Fell macht Angorakaninchen hitzeempfindlich. Schon bei Temperaturen, die andere Kaninchen gut verkraften, kann ein langhaariges Angora überhitzen. Im Sommer helfen Schatten, kühle Fliesen und rechtzeitiges Scheren. Nasse Kälte ist das zweite Problem: Angorafell hat keine wasserabweisenden Deckhaare. Es saugt sich mit Regen voll und kann bei Frost gefrieren. Für dauerhafte Außenhaltung ohne festen Witterungsschutz sind Angoras deshalb ungeeignet.

Als Einstreu eignet sich Stroh oder Heu nur eingeschränkt, weil sich Halme im Fell verfangen. Viele Halter nutzen Liegeflächen aus Fleece oder Holz und eine gut saugende Einstreu in der Toilettenecke. Mehr dazu im Beitrag Einstreu und Liegeflächen.

Futter und Verdauung

Kaninchen putzen sich ständig und schlucken dabei Haare. Bei normalen Rassen ist das kein Problem, bei Angoras kommen deutlich mehr Haare zusammen. Damit die Haare den Darm passieren, braucht es viel Rohfaser, also reichlich Heu, und genug Flüssigkeit über frisches Grün. Für die Fellbildung brauchen Angoras etwas mehr Eiweiß als andere Kaninchen; gute Wiese und Kräuter liefern es. Was allgemein auf den Speiseplan gehört, steht unter Ernährung.

Für wen sich ein Angora eignet

Ein Angorakaninchen ist kein Tier für Einsteiger. Wer nicht bereit ist, über zehn Jahre lang mehrmals pro Woche Zeit in die Fellpflege zu stecken und das Tier regelmäßig zu scheren, sollte eine kurzhaarige Rasse wählen. Tierschutzorganisationen stufen das Angorafell zudem als Qualzuchtmerkmal ein, weil das Tier ohne menschliche Hilfe nicht zurechtkommt. Die häufigsten gesundheitlichen Folgen beschreibt der Beitrag Krankheiten bei Angorakaninchen.

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