SchnuppernasenKaninchen halten, verstehen, pflegen

Einstreu und Liegeflächen

Aktualisiert am · 2 Min. Lesezeit

Einstreu hat bei Kaninchen mehrere Aufgaben: Sie bindet Urin und Geruch, polstert den Boden, wärmt im Winter und lädt zum Buddeln ein. Nicht jedes Material schafft das, und manches schadet sogar.

Nicht überall dieselbe Einstreu

Kaninchen sind ordentlicher als ihr Ruf. Die meisten suchen sich eine oder zwei Toilettenecken und halten den Rest sauber. Das erlaubt es, unterschiedliche Bereiche unterschiedlich auszustatten: saugfähige Einstreu in der Toilette, weiche Polsterung im Schlafhaus und feste, rutschfeste Flächen im Rest des Geheges.

Gängige Materialien im Vergleich

MaterialVorteileNachteile
Strohwarm, weich, günstig, wird gern angeknabbertbindet Urin schlecht, muss oft gewechselt werden
Heuweich, wird gefressenzu wertvoll als Einstreu, schimmelt bei Nässe
Hanfstreusehr saugfähig, staubarmteurer, kann auf Fliesen rutschig sein
Leinstreusaugfähig, kompostierbaretwas staubig je nach Hersteller
Holzgranulatbindet Geruch guthart unter den Pfoten, für Liegeflächen ungeeignet
Weichholzspänegünstig, leichtoft staubig, nur entstaubte Ware aus Fichte oder Kiefer
Zeitungspapierüberall verfügbarsaugt schlecht, Druckfarbe

Wovon abzuraten ist

Katzenstreu, vor allem klumpende, gehört nicht in ein Kaninchengehege. Kaninchen knabbern daran, und verschluckte Klumpen können im Darm aufquellen. Auch parfümierte Streu ist ungeeignet, denn die empfindliche Kaninchennase reagiert auf Duftstoffe. Späne aus Zedernholz und stark harzhaltige Hölzer enthalten ätherische Öle, die die Atemwege reizen können.

Die Toilette

In eine flache Katzentoilette ohne Deckel kommt eine Schicht saugfähiger Einstreu, darüber etwas Heu. Kaninchen fressen gern, während sie ihr Geschäft verrichten, deshalb hängt die Heuraufe am besten direkt über der Toilette. So lernen auch neue Tiere schnell, wo der richtige Platz ist.

Das Schlafhaus

Hier zählt Wärme. Eine dicke Lage Stroh ist im Außengehege die beste Wahl, besonders im Winter. In der Wohnung reichen weiche Decken oder Fleece, solange die Tiere sie nicht anfressen. Wer Textilien verwendet, sollte regelmäßig prüfen, ob Fäden herausgezogen werden.

Liegeflächen

Neben dem Schlafhaus brauchen Kaninchen Plätze, an denen sie ausgestreckt liegen können. Gut geeignet sind:

  • Holzbretter oder Sitzbretter aus unbehandeltem Holz
  • Steinplatten oder Fliesen, im Sommer zum Kühlen
  • Teppichfliesen oder Läufer aus Naturfaser drinnen
  • Grasmatten aus Seegras oder Heu, die nebenbei angeknabbert werden dürfen

Glatte Böden wie Laminat ohne Auflage sind ungünstig, weil die Tiere ausrutschen. Dauerhaft auf Gitterböden zu sitzen, führt zu wunden Pfoten.

Wie oft wechseln?

Die Toilette wird alle ein bis zwei Tage gereinigt, das Schlafhaus bei Bedarf, spätestens wenn die Einstreu feucht oder verschmutzt ist. Wie ein sinnvoller Reinigungsplan aussieht, beschreibt der Beitrag Gehegepflege im Wochen- und Jahreslauf.

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