Schädlinge im Kaninchengehege
Ein Gehege mit Heu, Futter und Wärme zieht nicht nur Kaninchen an. Fliegen, Milben, Mäuse und Ratten finden dort ebenfalls, was sie brauchen. Manche sind nur lästig, andere gefährlich.
Fliegen
Fliegen sind im Sommer die größte Gefahr. Bestimmte Arten legen ihre Eier in feuchtes oder verschmutztes Fell, bevorzugt am Hinterteil. Die Maden schlüpfen innerhalb kurzer Zeit und fressen sich in die Haut. Ein solcher Madenbefall kann in wenigen Stunden lebensbedrohlich werden.
Anzeichen: Das Kaninchen sitzt unruhig, beißt sich an der Hinterseite, frisst nicht. Im Fell sind kleine, weißliche Eier oder sich bewegende Maden zu sehen, manchmal riecht es faulig.
Vorbeugen: Toiletten oft reinigen, Hinterteile täglich kontrollieren, Fliegengitter an Schutzhäusern, übergewichtige und alte Tiere besonders im Blick behalten. Bei Befall sofort zum Tierarzt, auch nachts.
Milben
Fellmilben sind bei Kaninchen häufig. Typisch sind Schuppen, besonders am Rücken und im Nacken, und dünnes Fell. Ohrmilben verursachen braune Krusten im Gehörgang und Kopfschütteln, mehr dazu unter Ohrentzündung beim Kaninchen. Milben können über Heu und Stroh oder durch neue Tiere eingeschleppt werden. Die Behandlung gehört in tierärztliche Hand, denn manche Mittel für Hunde und Katzen sind für Kaninchen giftig. Das Gehege wird währenddessen gründlich gereinigt und die Einstreu komplett gewechselt.
Flöhe
Kaninchenflöhe und Katzenflöhe befallen Kaninchen. Sie sind nicht nur lästig, sondern übertragen die Myxomatose. Ein Flohkamm zeigt kleine schwarze Krümel im Fell, den Flohkot. Leben Hund oder Katze im Haushalt, werden alle Tiere gleichzeitig behandelt, mit Mitteln, die für die jeweilige Tierart zugelassen sind. Die Impfung gegen Myxomatose bleibt der wichtigste Schutz.
Mäuse und Ratten
Nager werden von Futterresten und Körnern angelockt. Mäuse fressen Futter und verschmutzen Heu. Ratten sind problematischer: Sie können Krankheiten wie die Leptospirose übertragen, und große Ratten verletzen vor allem junge Kaninchen.
Anzeichen: angefressene Futtersäcke, kleine dunkle Kotkrümel, die sich von Kaninchenkot unterscheiden, Gänge unter dem Gehege, nächtliche Unruhe der Kaninchen.
Vorbeugen:
- Futter in dicht schließenden Metall- oder Hartplastikbehältern lagern
- keine Körner und kein Trockenfutter offen stehen lassen
- Futterreste am Abend entfernen
- Untergrabschutz und engmaschiges Gitter, siehe Ein Kaninchengehege selbst bauen
Schimmel
Kein Tier, aber ein ebenso großes Problem: Feuchtes Heu und nasse Einstreu schimmeln schnell. Schimmelsporen reizen die Atemwege, verschimmeltes Futter kann Vergiftungen verursachen. Heu wird trocken und luftig gelagert, nie in Plastiksäcken. Riecht es muffig oder zeigt es graue oder weiße Flecken, kommt es weg.
Wespen und Ameisen
Wespen werden von Obst und süßem Futter angelockt, Ameisen von Futterresten. Beide sind selten gefährlich, solange keine Nester direkt im Gehege entstehen. Obst sofort wegräumen und Futterplätze sauber halten. Ein regelmäßiger Pflegeplan hilft, alle diese Probleme gering zu halten, siehe Gehegepflege im Wochen- und Jahreslauf.