Das Gehege sicher reinigen
Ein sauberes Gehege beugt Krankheiten, Gestank und Fliegen vor. Beim Putzen kommt es aber darauf an, womit: Viele Haushaltsreiniger sind für Kaninchen ungeeignet, und zu viel Sauberkeit stresst die Tiere.
Weniger Chemie ist mehr
Kaninchen orientieren sich stark über den Geruch. Ein komplett geschrubbtes, nach Zitrone duftendes Gehege ist für sie fremdes Terrain. Manche Tiere markieren danach umso mehr. Für den Alltag reichen heißes Wasser, eine Bürste und Essig. Duftreiniger, Chlorprodukte und Sprays mit ätherischen Ölen haben im Gehege nichts zu suchen.
Der Feind heißt Urinstein
Kaninchenurin enthält viel Kalzium. Er hinterlässt in Toiletten und auf Böden harte, weißliche Ablagerungen, den Urinstein. Am besten löst ihn verdünnter Essig oder Zitronensäure:
- Toilette leeren und grob ausspülen.
- Mit Essigwasser oder Zitronensäurelösung füllen und einige Stunden einwirken lassen.
- Mit einer Bürste nachschrubben.
- Gründlich mit klarem Wasser ausspülen und trocknen lassen.
Bei starkem Belag helfen Essigessenz in etwas stärkerer Verdünnung oder ein zweiter Durchgang. Wichtig ist das gründliche Nachspülen, damit keine Säurereste zurückbleiben.
Regelmäßige Handgriffe
- Kot und nasse Einstreu aus der Toilette täglich oder jeden zweiten Tag entfernen
- Futterreste von Grünfutter täglich wegräumen, bevor sie welken oder schimmeln
- Wassernäpfe täglich ausspülen
- Heuraufe prüfen: altes, zertretenes Heu gehört nicht mehr hinein
Holz richtig behandeln
Holzflächen saugen Urin auf. Ein Häuschen, das regelmäßig als Toilette genutzt wird, fängt mit der Zeit an zu riechen und wird weich. Hilfreich ist es, Böden in Schutzhäusern mit einer herausnehmbaren Wanne oder einer Matte zu versehen. Holz wird mit heißem Wasser und Bürste gereinigt und muss danach gut trocknen. Lackierte oder lasierte Teile nur verwenden, wenn der Anstrich als speichelfest und für Kinderspielzeug geeignet ausgewiesen ist.
Desinfektion: nur wenn nötig
Im Normalfall braucht ein Kaninchengehege keine Desinfektion. Anders ist es, wenn eine ansteckende Krankheit aufgetreten ist, etwa RHD, Encephalitozoonose oder eine Pilzinfektion, oder wenn ein Tier verstorben ist und neue Kaninchen einziehen. Dann empfiehlt der Tierarzt ein passendes Mittel. Wichtig sind Einwirkzeit, gründliches Abspülen und vollständiges Trocknen, bevor die Tiere zurückkommen.
Draußen
Im Außengehege wird die Erde in Lieblings-Toilettenecken mit der Zeit gesättigt. Dann hilft es, die obersten Zentimeter Erde auszutauschen oder diese Ecke mit einer Toilettenschale zu belegen. Laub und Fallobst sollten regelmäßig entfernt werden, da sie Schimmel und Wespen anziehen.
Die Tiere beobachten
Beim Putzen fällt viel auf: Ist der Kot normal geformt? Gibt es Durchfallspuren oder auffällig wenig Kot? Ist der Urin ungewöhnlich gefärbt? Rötlicher Urin kann von Futterfarbstoffen kommen, etwa aus Roter Bete, er kann aber auch Blut enthalten. Im Zweifel gehört eine Probe zum Tierarzt. Mehr dazu unter Krankheiten. Einen Plan für die Gehegepflege übers Jahr gibt es im Beitrag Gehegepflege im Wochen- und Jahreslauf.